Ich bin stolz auf mich! Mein neuer Backpack wiegt nur 10,4 kg… sagt der gute Mann am Sperrgepäckschalter am Airport Munich. Wow, sensationell! Aber prompt beschleicht mich das ungute Gefühl, etwas daheim vergessen zu haben. Beauty-Case, Strand-Equipment… mein Hirn rotiert und fast wäre mir das Blinzeln des Airport-Mitarbeiters entgangen.
War nur ein Scherz!! 14,2 kg offizielles Gewicht. Ich bin beruhigt, das passt zu meinem heimischen Wiegeergebnis. Bedeutet aber auch, dass ich selbst leider doch abspecken muss 😊

Um 21.45 Uhr hebe ich mit dem Emirates Airbus 380 ab. Faszinierend, wenn so ein gigantischer Vogel gen Himmel steigt!! Sechs sonst unspektakuläre – weil nächtliche – Flugstunden später lande ich in Dubai. Ich habe nur eine Stunde und 15 Minuten, um zum Abfluggate nach Colombo zu kommen. Da bleibt kein Spielraum für Verirrungen… und auch keiner fürs Shoppen. Nicole ist schon aus Düsseldorf angekommen und erwartet mich sehnsüchtig. Ab jetzt geht es zu zweit weiter. Wir sind etwas überrascht, denn auf allen vier Flügen macht der Emirates-Service einen leicht chaotischen Eindruck. Hätte nicht gedacht, dass man in einem Emirates Flieger nahezu verdursten kann. Vier Stunden später – pünktich um 13.30 Uhr Ortszeit – landen wir auf dem Bandaranaike Airport in Colombo bei bedeckten, angenehmen 25° C.

Ein Taxi bringt uns vom Airport zu unserer einfachen Unterkunft Anicia Beach House in Negombo. Direkte Strandlage heißt hier nicht gleichzeitig Sonnenbaden und Schwimmen. Abseits der südlichen Touristenstrände sind die Strände – wie heißt das doch so schön im Reisekatalog – naturbelassen. Da der „zivilisierte“ Mensch nun mal auch zur Natur gehört und es leider in der Natur desselben liegt, immens viel Müll zu produzieren, kann man die Strände nur aus der Ferne als Traumstrände bezeichnen. Von Nahem betrachtet sind sie eher weniger einladend.


Negombo selbst hat ja nicht viel zu bieten und ist für die meisten Reisenden nur ein Flughafen-Stop-Over. Ein kurzer Bummel durch die Stadt bestätigt uns das. Der große Fischmarkt ist um diese Zeit – abgesehen von ein paar vereinzelten Fischern – erwartungsgemäß verwaist, lässt aber ob der Größe auf einen turbulenten morgendlichen Markthandel schließen.

Ein Besuch im Icebear-Cafe darf natürlich nicht fehlen. Hier drinke ich meinen ersten leckeren Papaya-Shake… bezahlt mit Margits uraltem 500 Rupies-Schein (Danke Margit! Gelten noch alle 😃) Nur ein kleines bisschen schade finde ich, dass derzeit keine Saison für meine Lieblingsfrucht Mango ist.

Von unserer Unterkunft zwischen den alten, kleinen Fischerhäusern lassen wir uns abends mit dem Three-Wheeler (die hier bei weitem nicht so hübsch und abwechslungsreich sind wie die Tuk-Tuks in Laos) in die „Tourist Zone“ von Negombo bringen, die noch weiter nördlich vom Stadtzentrum liegt. Hotels, Restaurants und Souvenirläden… und hellhäutige Touristen reihen sich hier aneinander. Das erste singalesische Prawn Curry im Oysters, einer Empfehlung von Loose, hat vorzüglich geschmeckt. Das Lions-Bier übrigens auch.

Es ist nicht leicht mit einem Jetlag, aber an unserem ersten Tag klingelt bereits um halb sechs der Handy-Wecker. Der Reiseführer sagt, um 6 Uhr startet der große Fischmarkt und man solle unbedingt früh da sein, um die romantisch einfahrenden Auslegerboote zu bestaunen, große Fänge wie Haie und Thuna abzulichten, dem bunten Treiben der Händler zuzusehen und bei allem, den scheußlichen Fischgestank auszublenden. Diese geruchsintensive Attraktion wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Es ist noch dunkel, als wir uns ein Tuk-Tuk suchen. Das Verhandeln klappt schon besser als am Vorabend, die diffizile Umrechnerei macht es nicht einfacher.
Blöder als wir kann auch ein toter Fisch nicht schauen, als wir auf dem Markt einlaufen. Es ist absolut nichts los! Tote Hose statt toter Fisch! Und dafür sind wir soooo früh aufgestanden… Nachdem wir auf die Frage nach dem Beginn des Fischmarkts dann die nicht ganz deckungsgleichen Antworten 7, 8, 10 Uhr erhalten, streichen wir diesen Programmpunkt emotions- und ersatzlos.
Liebe Andrea, uns ging es auch so im A380 der Emirates, sind auch fast verdurstet und verhungert und allgemein ganz schlechter Service. Aber Du wirst ja jetzt mit viel Schönem dafür belohnt. LG Jacqueline