Ein gemütliches Tuk-Tuk bringt uns die 27 km von Wilpattu zu unserem nächsten Ziel Anuradhapura. Für die kommenden Tage ist Kultur angesagt.

Unsere Unterkunft, die Rajarata Lodge, liegt zentral und alles ist wunderbar. Der junge Chef spricht Englisch, kennt sich aus und ist überaus zuvorkommend.

Suchbild: Wo ist Nicole?
Nach der ersten heißen Dusche seit unserer Ankunft in Sri Lanka geht es gleich auf Entdeckungstour in die Tempelanlage von Mihintale.


Das feine Arrangement aus Palmen, natürlichen Felsen, Frangipani-Bäumen und Tempeln ist sehr beeindruckend und hat eine tolle Atmosphäre. Okay… aufgrund der vielen Treppen ist es auch sehr schweißtreibend.


Wegen des Nationalfeiertags am 04.02. und dem damit verbundenen langen Wochenende (sozusagen singhalesischer Brückentag) zieht es viele einheimische Familien mit Kindern und Großeltern zu den Tempelanlagen. Alle sind ganz in Weiß gekleidet, das schaut sehr schön aus. Und wie immer frage ich mich, wie man die Kleidung bei so viel Staub und Dreck rundum überhaupt weiß halten kann. Nicht minder erstaunlich ist, wie die betagten Omas und Opas fast mühelos bei der Hitze die Steintreppen erklimmen und auf den Betfelsen hinauf kraxeln – und das ohne Schuhwerk! Denn Schuhe muss man in Sri Lanka an allen heiligen Stätten ausziehen. Unsere zarten europäischen Füße strafen uns diese grobe Freiluft-Behandlung nach kürzester Zeit mit heißen, brennenden Sohlen. Da werden wir für Morgen wohl Schutzmaßnahmen ergreifen müssen. Der Ausblick war auf jeden Fall die Mühen wert.

Der Ausblick von unserem Hotel-Rundum-Balkon ist auch nicht schlecht. Dort lassen wir den Tag entspannt im Abendlicht ausklingen.

Zum Abendessen haben wir uns die Spezialität Kotthu gewünscht. Sehr, sehr lecker!! Und auch romantisch serviert im hoteleigenen Garten… abgesehen von den blutsaugenden Moskitos, die uns auffressen, während wir Kotthu essen.

Ich schlafe wie immer – abgesehen von meinem, von Boots-, Tuk-Tuk- und Jeep-Fahrten malträtierten Rücken – ganz fantastisch. Großen Dank an Ohropax, Augenbinde und Teebaumöl… drei Dinge, die ich auf keiner Reise mehr missen möchte. Nicole tut sich schwerer mit der Nachruhe und entwickelt eigene Techniken. Menschen sind einfach verschieden… ich schlafe mit dünnem Laken, Nicole bei gleicher Zimmertemperatur im Fleece-Pulli.
Kleine morgendliche Startschwierigkeiten nehmen wir mit Humor. Nicole läuft dem Hotelbesitzer im Nachthemd über den Weg, ich erwische statt der Zahnpasta die Sonnencremetube. Ob die die Zähne weiß hält, wäre ein Versuch wert gewesen.

Unser super Frühstück nehmen wir Auge-in-Auge mit den Palmwedeln ein. Gut gestärkt geht es mit dem Radl auf Entdeckungstour durch die verstreuten Tempelanlagen von Anuradhapura.

Nach leichten Orientierungsunsicherheiten – Gell, Nicole, immer schön links bleiben! – radeln wir eine Dagoba nach der anderen ab.

Übrigens, das Stoffband um die Dagoba ist sage und schreibe knapp 300 m lang.

Nette Atmosphäre, aber zusammen genommen nichts wirklich Spektakuläres. Ist ja auch nicht ganz einfach gegen Angkor Wat im letzten Jahr anzukommen. Mehr Freude als die Gesteine machen uns die festlich weiß gekleideten Menschen…


… und ihre farbenfrohen Blumengebinde.



Wirklich größte Herausforderung für Nicole ist das Barfußlaufen. Sie hat sich mit Wandersocken gewappnet und läuft trotzdem wie auf einem Nagelbett.
So wirklich gepflegt ist die Anlage auch nicht. Mag aber auch sein, dass der rumliegende Müll dem letzten Feiertag zu schulden ist. Die Affen tun ihr Übriges dazu. Es gibt also auch weniger augenschmeichelnden Anblicke unter Buddhas wachsamen Augen.

Von aufdringlichen Guides und Marktschreiern bleiben wir weitestgehend unbehelligt. Nur einem Bananen-Rotti – frisch zubereitet 😉 – können wir nicht widerstehen.

Auf dem Rückweg schauen wir noch beim hiesigen Bahnhof vorbei. Wir wollen unsere Tickets und Reservierungen für die Zugfahrt von Kandy ins Hochland nach Ella klar machen. Unsere Enttäuschung ist erst einmal groß, als der Chief Station Master uns mitteilt, das rund um unser Reisedatum keine Reservierungen mehr möglich sind. Keine Reservierungen? … Doch! Im Nachtzug. Wieder einmal ist unser Einfallsreichtum gefragt. Ich bin schon gespannt, ob und wie wir dieses Problem lösen werden.
Im Übrigen hatten wir uns Anuradhapura viiieeel größer und städtischer vorgestellt. Es ist ein Nest mit eher hässlichem Kern und drei bis vier asphaltierten Einfallstraßen. Gleich daneben beginnt das Landleben. Das wiederum kann sich sehen lassen.


Ist Nicole hinter der Säule?
Und wann kommt Andreas Reiseführer raus?
Die ersten sind schon gekauft!
🙋🏻
Wie konntest du das so schnell erraten, Margit? Nicole konnte es selbst nicht fassen, dass sie hinter so einer schmalen Säule unsichtbar wird 😂
LG Andrea
Ich find es toll, dass Ihr einen so spannenden Urlaub habt. Ist ja schon ein Abenteuer
und immer wieder eine Überraschung wie es trotz Planung tatsächlich weitergeht.
Aber das macht eben den Reiz und ich bin schon neugierig wie es bei Euch weitergeht.
Alles Liebe Jaci
Zweiter Versuch mit richtiger Email-Adresse :
Ist Nicole hinter der Säule?
Ich möchte jetzt gleich zehn Reiseführer bestellen.
Viel Spaß
Margit